Die mündliche Prüfung meistern: Körpersprache, Struktur & Mindset

Kategorie: Fachwirt/in im E-Commerce
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Die mündliche Prüfung ist für viele der aufregendere Teil der E-Commerce-Fachwirt-Prüfung. Während es in der Klausur um das eigene Wissen geht, steht man nun persönlich vor den Prüfern.

Du hast gelernt, du kennst die Inhalte – jetzt zählt dein Auftritt. Hier in Kurzform acht Tipps, mit denen du souverän wirkst und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

 

1. Kleiderwahl für die Fachwirt-Prüfung

Zieh etwas an, worin du dich wohl und professionell fühlst. Business Casual ist meistens ideal. Zu overdressed wirkt schnell unnatürlich, zu leger respektlos. Es gibt bei den Fachwirten im E-Commerce keine konkreten „Dresscode“. Zieh an, was du an einem normalen Arbeitstag im Büro tragen würdest. Ein Anzug ist ebenso ok, wie Jeans und T-Shirt. Unterschätze an der Stelle aber nicht, dass der erste Eindruck eben doch zählt

2. Technik-Check

Teste dein Equipment. Es ist üblich, den eigenen Laptop in die mündliche Prüfung für die Präsentation mitzunehmen. (Achtung: Manche Kammern erwarten, dass du auch deinen eigenen Beamer mitbringst, auch wenn das eher ungewöhlich ist, solltest du dich vorher genau informieren, was dir zur Verfügung steht)

Denk auch an Ladekabel, Präsentationsstick und vor allen Dingen Adapter. Viele moderne, „schlanke“ Notebooks haben keinen regulären HDMI-Anschluss und müssen mit einem USB-C-Adapter an vorhandene Beamer oder Whiteboards angeschlossen werden. Aus Prüfererfahrung darf ich hier empfehlen: Nimm zwei verschiedene Adapter mit. Manche smarte Whiteboards funktionieren nicht mit jedem Adapter. Das sorgt für unnötigen Stress, wenn man keinen Plan B hat.

3. Begrüßung und Start vor Ort

Warte immer, bis du herein gebeten wirst. Manchmal verzögern sich Besprechungen. In aller Regel bittet man dich aber ein paar Minuten vor Beginn deines Gesprächs herein, damit du aufbauen kannst. Steht die Tür offen, frag nach, ob du schon herein kommen darfst.

Lächle, gib einen festen, aber nicht erdrückenden Handschlag (wenn überhaupt verlangt). Stell dich klar und selbstbewusst vor. Der erste Eindruck prägt das Gespräch.

Dein Ausweis wird vorab kontrolliert, es werde dir ein paar Fragen (Gesundheit, Befangenheit) vorab gestellt, bevor deine Präsentationszeit (10 Minuten) beginnt.

4. Struktur ist wichtig, aber Content ist King.

Bereite dir Sprechbausteine vor: "Ich beginne mit...", "Im nächsten Schritt...", "Zusammenfassend...". Das gibt dir selbst Sicherheit und zeigt, dass du den roten Faden beherrschst. Lerne dabei aber bitte deinen Text nicht auswendig. Zum einen wird es dich wahnsinnig schnell aus dem Konzept bringen, wenn du plötzlich gedanklich stolperst, zum anderen wirkt es nicht besonders professionell. Wenn du dich mal verhaspelst, ist das nicht so schlimm – wichtiger ist, dass die Prüfer deinen Inhalten gut folgen können.

5. Körpersprache bewusst einsetzen

Offene Haltung, Blickkontakt, keine hektischen Gesten. Wenn du mit Händen sprichst, tu das ruhig – aber kontrolliert. Steh aufrecht, ohne zu verkrampfen. Nimm eine sichere Standposition ein und vor allen Dingen: Steh den Prüfern nicht im Weg. Stell dich etwas seitlich, so dass alle Prüfer deine Präsentation sehen können. Wende dich nicht nach hinten und sprich nicht zur Präsentation, sondern sprich zu den Prüfern. Meistens sind es drei. Schau sie auch alle ab und zu mal an.

6. Nervosität? Total normal!

Tief atmen hilft. Vor dem Raum: Drei tiefe Atemzüge, Schultern kreisen, kurz dehnen. Denk dran: Die Prüfer wollen, dass du bestehst. Du bist weder der erste, noch der einzige nervöse Prüfling, den deine Prüfer sehen. Sie wissen das einzuschätzen. Nimm dir eine Flasche Wasser mit, trink zwischendurch einen kleinen Schluck. Das hilft dir, durchzuatmen, deine Gedanken zu sortieren.

7. Nachfragen im Fachgespräch ist erlaubt

Nach der Präsentation haben die Prüfer 20 Minuten Zeit, dir Fragen zu stellen. Wenn du eine Frage nicht verstanden hast, bitte um Wiederholung oder erkläre, wie du sie verstanden hast. Das zeigt Souveränität, kein Unwissen. Die Prüfer kennen deine Präsentation nicht im Vorfeld und müssen sich die Fragen überlegen, während du präsentierst, da kann eine Frage auch schon mal missverständlich sein. Beantworte die Fragen aber immer präzise. Halte keine ewigen Monologe, vermeide aber auch zu knappe Antworten (dann können nämlich mehr Fragen gestellt werden)

8. Feedback cool annehmen

Manchmal kommt am Ende ein Hinweis oder kritischer Kommentar. Nimm das professionell, nicke, bedank dich. Das zeigt Reife und Selbstbewusstsein. Es ist nie böse gemeint, sondern soll dir immer helfen, Dinge richtig einzuordnen oder besser zu machen.

 

 

Nadine Huss

Nadine ist die Autorin des Buchs "E-Commerce-Manager*in", Dozentin und Beraterin.

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